Die Keksfabrik Rault in Mahébourg
Die Keksfabrik Rault in Mahébourg: eine mauritische Tradition seit 1870
Das Wesentliche in wenigen Worten
Das Wesentliche in wenigen Worten
Die in Mahébourg gelegene Keksfabrik Rault ist eines der authentischsten Ausflugsziele auf Mauritius.
Auf diesem grünen Familiengut entdecken Sie ein einzigartiges handwerkliches Know-how, das seit fünf Generationen weitergegeben wird: die handgefertigte Herstellung von Maniokkeksen, ohne Konservierungs- oder Farbstoffe, von Natur aus glutenfrei.
Die geführte Tour entführt Sie in eine zeitlose Welt, von den Maniokfeldern bis zum traditionellen, mit Zuckerrohrblättern befeuerten Ofen, vorbei an historischen Maschinen, die noch immer in Betrieb sind.
Zum Abschluss gibt es eine Verkostung von Keksen in sieben verschiedenen Geschmacksrichtungen sowie Kokos- oder Sesamkeksen.
Die Keksfabrik Rault, die als Teil des nationalen Erbes von Mauritius eingestuft ist, ist weit mehr als nur eine Delikatesse: Sie ist ein lebendiges Kapitel der Geschichte der Insel.
Eine bretonische Familiengeschichte im Herzen von Mauritius
Alles begann im Jahr 1808, als Fabien Rault aus der Bretagne nach Mauritius kam. Voller Sehnsucht nach seiner Heimatregion vergaß er nie die dort zubereiteten Gerichte, insbesondere Galettes und Biscuits, typisch bretonische Spezialitäten.
Sein Sohn Hilarion sollte diese Nostalgie in ein Vermächtnis verwandeln. 1868 entwickelte Hilarion Rault ein Rezept für Maniokkekse. Von seiner Familie ermutigt, brachte er 1870 offiziell Cassava Biscuits auf den Markt. Die Keksfabrik wurde auf dem Familiengut Les Délices in La Ville Noire, Mahébourg, errichtet.
Maniok: Eine Pflanze mit einem unerwarteten Schicksal
Um die Originalität dieses Kekses zu verstehen, muss man zunächst die Geschichte der Maniokknolle auf Mauritius kennen. Diese ursprünglich aus Südamerika stammende Knolle wurde um 1735 von Mahé de La Bourdonnais auf Mauritius eingeführt. Anfänglich hauptsächlich als Viehfutter auf Zuckerrohrplantagen angebaut, entwickelte sie sich zur zentralen Zutat einer weltweit einzigartigen kulinarischen Spezialität.
Auf dem Gelände der Keksfabrik werden die vor Ort angebauten Maniokpflanzen nach 12 bis 15 Monaten geerntet, sobald sie reif sind. Sie werden abgeschnitten, sobald sie etwa 2 Meter hoch sind, und die Ernte birgt hinsichtlich der Anzahl der geernteten Knollen immer ein Überraschungsmoment.
Eine traditionelle Fertigkeit, die von Generation zu Generation weitergegeben wird
Fünf Generationen haben das Geheimrezept bewahrt und so die Tradition eines natürlichen, vollständig handgefertigten Produkts fortgeführt, das Authentizität und Geschmack vereint. Der Herstellungsprozess ist seit seinen Anfängen nahezu unverändert geblieben.
Alles beginnt mit dem Wiegen der Maniokwurzeln auf einer Waage der Firma H. Pooley & Sons aus Liverpool aus dem Jahr 1839 – also noch vor der Gründung der Keksfabrik –, die bis heute einwandfrei funktioniert. Anschließend wird die Maniok maschinell gewaschen und geschält, gepresst, um das Wasser zu entfernen, und dann zu Mehl vermahlen. Dieses Mehl wird anschließend von Hand gesiebt und mit den anderen Zutaten vermischt, die den Keksen ihren Geschmack verleihen. Etwa ein Dutzend Arbeiter backen und bräunen die Kekse dann auf gusseisernen Platten in einem Ofen, der mit Zuckerrohrblättern befeuert wird.
Das Anwesen beherbergt außerdem eine seltene technische Kuriosität: eine hydraulische Widderpumpe, die ausschließlich mit Wasserdruck arbeitet – eine Erfindung, die Montgolfier zugeschrieben wird.
Glutenfreie Kekse, frei von Konservierungs- und Farbstoffen
Die Maniokkekse von Rault zeichnen sich zudem durch ihre makellose Zusammensetzung aus: Sie enthalten keine Konservierungs-, Farb- oder Bindemittel und sind von Natur aus glutenfrei. In ihrer handgefertigten Verpackung sind sie bis zu zwei Jahre haltbar.
Sie sind in sieben Geschmacksrichtungen erhältlich: Kokosnuss, Vanille, Schokolade, Anis, Zimt, Milch und Butter. Außerdem gibt es zwei Sorten Kekse: Kokosnuss und Sesam.
Eine Produktion im kleinen, aber stetigen Rahmen
Trotz der rein handwerklichen Fertigung erreicht die Keksfabrik eine bemerkenswerte Produktionsrate von bis zu 1.000 Schachteln pro Tag, was mehr als 15.000 täglich produzierten Keksen entspricht.
Eine bedeutende historische Rolle während des Ersten Weltkriegs
Die Keksfabrik in Rault ist nicht nur eine kulinarische Institution, sondern hat auch eine wichtige Rolle in der Geschichte der Insel gespielt. Während des Ersten Weltkriegs, als die Lebensmittelimporte unterbrochen wurden, wurden Maniokkekse zu einem unverzichtbaren Gut. Die Fabrik verdreifachte ihre Produktion, beschäftigte über 100 Mitarbeiter und versorgte die gesamte Insel.
Die Keksfabrik wurde auch von Naturkatastrophen heimgesucht: 1960 zerstörte Zyklon Carol einen Großteil des Geländes. Zyklon Gervaise, der 1975 folgte, richtete immense Schäden in der Landwirtschaft an, und die Maniokversorgung wurde problematisch, sodass die Keksfabrik gezwungen war, vorübergehende Entlassungen vorzunehmen.
Internationale Anerkennung und Aufnahme in die Liste des nationalen Kulturerbes
Die Qualität der Rault-Kekse wurde schon sehr früh international anerkannt. Obwohl sie ursprünglich als Tierfutter galten, erlangten diese Kekse Anerkennung, als die Familie Rault 1908 auf der französisch-britischen Ausstellung in London eine Silbermedaille gewann.
Vor kurzem wurde die Keksfabrik beim Nationalen Kulturerbefonds, dem mauritischen Äquivalent zu historischen Denkmälern, registriert.
Teresa Seneca: die Hüterin einer Tradition
Jahrzehntelang verkörperte Thérèse Sénèque die Seele der Keksfabrik. Jeden Morgen, selbst im Alter von 99 Jahren, überwachte sie den heikelsten Teil des Backprozesses. Bis zuletzt aktiv und engagiert, verstarb sie am 20. Dezember 2011. Ihrem Wunsch entsprechend wurde ihr Fachwissen an die nächste Generation weitergegeben. Ihr Sohn Serge und ihr Enkel führen die Keksfabrik heute.
Der Besuch: ein zeitloses Erlebnis
Seit 1995 empfängt die Keksfabrik Rault Besucher. Schon bei der Ankunft ist man von der Atmosphäre fasziniert: Ein Hain imposanter Bäume markiert den Eingang, die Straße schlängelt sich zwischen Kokos- und Mangobäumen hindurch, und ein hundertjähriger Mandelbaum thront majestätisch auf dem Platz vor dem Gebäude. Die Führung führt Sie durch alle Produktionsschritte, vom Maniokfeld bis zum Ofen, und endet mit einer Verkostung.
Adresse: Rue Fabien, La Ville Noire, Mahébourg
Praktische Informationen für Ihren Besuch
Telefon: +230 631 9559
Website: www.biscuitmanioc.com
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9:00 bis 15:30 Uhr.
Preise: 225 Rupien pro Erwachsenem und 150 Rupien pro Kind (5–13 Jahre). Preisänderungen vorbehalten. Einwohner erhalten gegen Vorlage eines Wohnsitznachweises eine Ermäßigung.
Warum sollten Sie während Ihres Aufenthalts auf Mauritius die Rault-Keksfabrik besuchen?
Die Keksfabrik Rault ist mehr als nur eine Keksfabrik; sie ist ein lebendiges Stück mauritischer Geschichte, ein Ort, an dem die Zeit seit 1870 stillzustehen scheint. In einer von industrieller Produktion geprägten Welt verkörpert sie eine seltene Form von Authentizität und familiärer Widerstandsfähigkeit. Ob Sie nun ein Geschichtsfan sind, außergewöhnliche Aromen lieben oder einfach nur neugierig darauf, Mauritius abseits der Touristenpfade zu entdecken – dieser Besuch wird einer der Höhepunkte Ihres Aufenthalts sein.
Idealerweise lässt sich dies mit einem Besuch des nur wenige Minuten entfernten Naturhistorischen Museums von Mahébourg verbinden.
Hinweis: Die angegebenen Preise und Öffnungszeiten können sich geändert haben. Wir empfehlen Ihnen, sich vor Ihrem Besuch direkt mit der Keksfabrik in Verbindung zu setzen.
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Vom Redaktionsteam getestet
Ein interessanter Besuch, die Keksfabrik ist wirklich einzigartig und bietet Produkte an, die es nirgendwo sonst auf der Welt gibt!
